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Die Schirmherrin

Fotograf: Paul SchirnhoferLiebe Filmstudenten und Studentinnen,
lieber Dieter Kosslick,
sehr geehrter Herr Minister Krautscheid,
sehr geehrte Leiter der deutschen Filmhochschulen,
sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Freunde und Kollegen.Dies ist der dritte Berlinale–Empfang der Filmhochschulen. Das sagt also, dass diese neue Veranstaltung der Berlinale ein Erfolg geworden ist. Herzlichen Glückwunsch!
First steps! Die ersten Schritte. Es sind ja eigentlich nicht wirklich die ersten, die allerersten Schritte der eingeladenen Studenten, die ihre Filme heute hier zeigen.
Sie haben ja schon auf den Filmhochschulen viele erste und zweite und weiter-gehende Schritte gemacht, sich an den Themen abgearbeitet, lustvolle und schwierige, vielleicht auch qualvolle Erfahrungen mit ihrer Annäherung ans Filmemachen gemacht, sich über ihre Dozenten geärgert – natürlich, das ist selbstverständlich – oder gefreut, das ist wünschenswert.
In Deutschland hat es ja lange Zeit die sinnvolle EinrichtungFilmhochschule
nicht gegeben.Paul Verhoeven, der Vater meines Mannes, hat in den sechziger Jahren am DIFF, dem Deutschen Institut für Film und Fernsehen, dem Vorläufer der HFF München, Regie unterrichtet und ich entsinne mich gut der Sorgen, ja, des
schlechten Gewissens
, das er damals hatte, weil er große Zweifel hatte, dass die Branche am glücklichen Ende der Ausbildung überhaupt ausreichend Chancen und Arbeitsangebote für die Studenten bereit hält. Und natürlich waren diese Zweifel sehr berechtigt und viele sind damals gescheitert.Die Kinolandschaft und vor allem die Situation bei den Fernsehanstalten hat sich für den Filmnachwuchs in den vergangenen Jahren stark zum Besseren entwickelt.
Junge Regisseure, Autoren, Kameraleute, Produzenten, die Abgänger der Filmhochschulen sind heute in Deutschland gefragt und mit ihnen und durch ihre Werke vor allem junge Schauspieler.
Es könnte allerdings kein Schaden sein, wenn auch ältere Schauspieler und Schauspielerinnen wieder bessere Chancen hätten.
Ich entsinne mich einer Diskussion, in der die Redaktion bei der Beschreibung eines Fernsehvorhabens das Alter einer Frau im Rollenverzeichnis von 35 Jahre auf 32 Jahre geändert haben wollte. Ich frage mich, liebe Studenten, habt Ihr denn keine Oma und keinen Opa oder spielen die in Eurem Leben gar keine Rolle?Ich persönlich kann mich ja wirklich nicht beklagen und ich habe seit dem vergangenen Jahr auch im Leben die Rolle einer Oma.
First Steps! Meine ersten Schritte in der Schauspielschule, dem Wiener Reinhardt-Seminar, waren vor allem voller Geheimnisse für mich und ziemlich verwirrend, aber sie waren zunehmend auch ein großes Abenteuer, in das ich mich hineingestürzt habe, wie Sie das – hoffentlich – getan haben.Hier auf den 60. Berliner Filmfestspielen stellen Sie nun Ihre Werke vor, nicht die ersten, aber eben die, mit denen Sie sich präsentieren wollen und – das ist das Verdienst dieser Veranstaltung – auch präsentieren können.
Ich wünsche Ihnen dazu viel Glück und Erfolg.
TOI! TOI! TOI!
Ihre
Senta Berger





















